For the first time, I created a work as a video installation. Unlike my earlier video works, this piece is designed as a documentary, immersive experience. It invites viewers to step into a space of quiet observation, where presence and perception take centre stage. The video is shown inside a wooden walk-in box, reminiscent of a phone booth. A curtain marks the entrance, and a sensor triggers playback as soon as someone enters. When the visitor leaves, the video stops and resets – preparing for the next encounter. This responsive setup makes each viewing experience unique and personal. The installation was exhibited in June 2025 as part of Pride – A Collection at GAYT. The group exhibition brought together a vibrant and diverse range of queer artists. Alongside the installation, I also presented several photographs, including both new works and selected pieces from the previous year.
Some Words by my curator, Andreas Hoffer:
Das langfristig angelegte Projekt DERBAUPOLIER vom Grazer Künstler Peter Beck speist sich aus nächtlichen Baustellen Erkundungen. Seit ca. 10 Jahren entwickelt sich dieses das eigene Leben, den schwulen Fetisch und die Kunst vereinende Projekt. DER BAUPOLIER streift allein durch die Stadt, dringt in Baustellen ein, schaut ob Mannschaftscontainer unverschlossen sind. Dort wird er in Gedanken und erotischen Fantasien ein Teil der Mannschaft, in verschwitztem Gewand, staubig, dreckig, eine dampfende Männergesellschaft. Dabei ist DERBAUPOLIER sexualisiert und lebt seinen Fetisch ganz allein aus, immer höchst aufmerksam, denn er könnte natürlich auch jederzeit entdeckt werden. Ein gefährliches Spiel, dass dort aber nicht nur im Kopf, sondern auch ganz real von ihm gelebt wird. Er ist Voyeur und Handelnder zugleich, zieht die Warnschutzkleidung der Bauarbeiter an und lebt seinen Fetisch aus. Dabei spielt das Verbotene des Eindringens in die Baustelle und die Gefahr der Situation auch in der gelebten Erotik eine entscheidende Rolle, es geschehen vor Ort Handlungen, die auch bis an körperliche Grenzen gehen.
Das ist ein einsamer Akt, den DERBAUPOLIER dort vollführt, ein bewusstes Konzentrieren auf den Moment, den nur er so erlebt. Ein gefährlicher Ort, der aber auch zu einem Schutzraum für den Protagonisten wird – ein Raum für seinen gelebten Fetisch. Auch wenn er Fotos macht, oder Videos, es sind immer nur spärlich gewährte Einblicke in diese Handlungen, dass meiste, was dort geschieht bleibt für uns unsichtbar, geheim. Wir Betrachter:innen, das ist dabei wesentlich, werden animiert, uns darauf einzulassen und unsere eigenen Fantasien zu spinnen, was wäre, wenn wir dort wären, was würden wir uns im Geheimen wünschen…
Schon in den 1970 Jahren, den Aufbruchsjahren der Fetisch Community in den USA waren neben Ledermännern, Polizisten Bauarbeiter in ihrer Kluft ein Fetisch Kult. Es waren besonders die starken, harten Kerle, die hundertprozentigen Heteromachos, die damals viele schwule Fetischmänner angezogen haben, auch als Gegenreaktion auf das noch vorherrschende Klischee der femininen Schwulen. Seit damals hat sich viel verändert, auch Fetische waren und sind Moden unterworfen, ob es die Skins waren, der Gummifetisch oder die aktuelle Puppy Szene. Oft stehen Fetische für bestimmte sexuellen Präferenzen, oft sind sie auch nur eine Modeerscheinung wie viele andere auch. Bei dem BAUPOLIER ist es ein gelebter Fetisch, der über das reine Zitieren des Äußerlichen weit hinausgeht, der die Sehnsucht, auch im Alltag ein Teil einer arbeitenden Männergemeinschaft zu sein, benutzt um seine Sexualität und sein Sein zu vereinen.
Das Kunstprojekt vom BAUPOLIER will queeren Fetisch, Leben und Sexualität vereinen – aber geht das überhaupt? Schon Jean Genet hat als Literat gezeigt, dass es möglich ist eine solche Einheit auch künstlerisch zu verarbeiten. Es kommt darauf an, dass die Künstler eine adäquate Form finden, um ihren Inhalt zu transportieren, eine Form, die sich aus dem Inhalt entwickelt. Die auch das Drängen in sich trägt etwas mitteilen zu wollen oder besser noch zu müssen. Die Handschrift von Peter Beck alias DERBAUPOLIER hat sich in den letzten Jahren sichtbar weiterentwickelt, ist dabei ganz bei sich geblieben und im Spektrum queerer Kunst der Gegenwart völlig autark.
Andreas Hoffer,
Freier Kurator Wien